„Das wird schon wieder"

„Ist doch nicht so schlimm.“, „Das wird schon wieder.“

Wie leicht greifen wir auf solche Sätze zurück, wenn unsere Kinder eine traurige Erfahrung gemacht haben. Wenn sie die Erfahrung machen mussten, dass das Leben es nicht immer gut mit einem meint. Wenn Freund*innen mich einfach ignorieren, wenn eine Aufgabe nicht so gelingt, wie es sich mein hochsensibler Geist doch perfekt ausgemalt hat, wenn ich wieder einmal erlebt habe, dass mein hochsensibler Wesenszug mir im Weg steht.

Wir Eltern können unsere Kinder (und auch uns) nicht vor Schicksalsschlägen schützen. Nicht vor den alltäglichen kleinen Herausforderungen, die in der Welt eines hochsensiblen Kindes, doch zu großen Herausforderungen anwachsen können. Nicht vor erschütternden Momenten von Erkrankung oder Verlust.

Aber was uns zu wichtigen Begleiter*innen unserer Kinder macht ist unsere Rolle als Rückenstärker*in. In dieser Rolle dürfen, ja müssen wir parteilich sein. Wir unterstützen unsere Kinder, begleiten und stärken sie. Wir verzichten auf schnellen Trost, vielmehr geben wir dem Kind Zeit. Zeit, sich mit Niederlagen, Enttäuschungen und Verlusten auseinanderzusetzen, sich zu erholen und wieder zu sich zu finden.

Und egal, ob bei Kindern oder uns Erwachsenen: die Voraussetzungen, damit Krisen überwunden werden können und wir im Idealfall sogar gestärkt daraus hervorgehen, sind unsere innere Stabilität und unsere Haltung. Damit sich diese gut entwickeln können, braucht es wertschätzende Begleiter*innen, bestärkende Erfahrungen und das Kennenlernen der eigenen Ressourcen. Und nicht zuletzt braucht es Eltern, die Vorbild sind und ihr hochsensibles Kind gut dabei begleiten, stärkende Lebenswurzeln zu entwickeln.

Vielleicht hilft das Bild eines Baumes, der Wind und Wetter ausgesetzt, dank seiner Wurzeln sich im Erdboden hält. Er ist auf diese starken Wurzeln angewiesen, um nicht aus der Erde gehoben zu werden.

Unsere Kinder sollen erfahren, wie sich ihre inneren Wurzeln immer stärker entwickeln und sie in schwierigen Zeiten Halt finden.

Bestärkende Grüße,

Eva Schaber