Kann mein Kind nicht einfach „normal“ sein?

Kürzlich brachte es eine Mutter mit dieser Frage in einem Gesprächskreis auf den Punkt. Und sie erntete für ihre Offenheit große Bestätigung von allen Teilnehmenden. Richtig erleichtert sei sie, meinte eine Mama, dass auch andere so etwas denken würden.

Und wer kennt ihn nicht, diesen Moment, wenn alle Unterstützungsangebote ins Leere laufen. Wenn Tränen fließen, lautstark oder auch sehr leise ein Rückzug angetreten wird, obwohl es doch „eigentlich“ kein Problem gibt – die anderen Kinder meistern diese Situation doch auch.

Das kostet Kraft. Dem hochsensiblen Kind, aber eben auch der Mama oder dem Papa. Dem aufblitzenden Wunsch nach einer vermeintlichen „Normalität“ folgt oft direkt das schlechte Gewissen. „Ich liebe doch mein Kind, genauso, wie es ist,“ ergänzt die Mutter aus dem Kurs.

Jedes Kind möchte gesehen werden in seiner ganz individuellen Besonderheit. Und die hochsensiblen Kinder bringen da ein spannendes und manchmal herausforderndes Persönlichkeitsmerkmal mit. Das ist so. Mach Dir das bewusst und gib Dir ein inneres Zeichen, dass jetzt der hochsensible Anteil Deines Kindes das Kommando übernommen hat. Und dass er „gesehen“ und wertschätzend beachtet werden möchte.

Ich lade Dich ein, Dir Zeit zu nehmen und all die wunderbaren Momente zu erfassen, die der hochsensible Wesenszug Dir und Deiner Familie eben auch beschert. Das Eintauchen in phantastische Spielwelten, philosophische Gedankengänge kurz vor dem Einschlafen oder auch das intensive Mitfühlen mit Mensch und Tier. Wenn wir uns hier auf unsere Kinder einlassen, öffnet sich auch für uns die Sicht auf die Welt. Was für ein Gewinn!

Ermutigende Grüße

Eva Schaber